Sonntag, 3. April 2016

50 Miles per Hour...

... oder eine Reise der etwas langsameren Art...


Achtung, etwas längerer Text, für die Eiligen die Zusammenfassung:
Urlaub mit Wohnwagen, Allgäu, Spaß, alle am Leben, Kultur, wieder daheim :-)

Wie vor kurzem schonmal angesprochen,
haben wir unseren Wohnwagen auf seine Jungfernfahrt vorbereitet.
Diese hat er dann die vergangene Woche angetreten,
denn wir waren in unserem ersten Campingurlaub im Allgäu mit eigenem Wohnwagen :) :) :)

Dienstagvormittag ging es los mit unserem "Dicken"
(so heißt unser Wohnwagen ab sofort bei Stephie, dazu gleich mehr).
Nachdem wir am Vorabend soweit alles in unserem Wohni verstaut hatten,
sind wir voller Vorfreude eingeschlafen und mit viel Elan am Morgen aufgestanden.
Nochmal die von Stephie liebevoll und detailreich zusammengestellte Check- und Packliste durchgehen,
Klamotten, Proviant, Werkzeug, etc., alles war an Bord und wir konnten losfahren.
Schnell waren die Zusatzspiegel angebracht, das fahrbare Feriendomizil angehängt
und sogar die Stützlast mit ein  paar Tricks auf einer Personenwaage ermittelt.

Es konnte losgehen...

Aber bevor es dann wirklich wirklich losging, haben wir uns gedacht,
wir fahren vorher zur Sicherheit mal kurz zum Wiegen auf unsere örtliche LKW-Waage.
Dezent schockiert haben wir dann das Ergebnis abgelesen 1140 kg!!!
Das ist zwar noch gut unter dem maximal zulässigem Gewicht von 1200 kg
aber wir hatten ja gefühlt noch fast nichts eingepackt.
Keine Stühle, Tisch und auch das Vorzelt war noch nicht dabei und wir ja auch nur zu Zweit.
Also müssen wir zukünftig extrem aufpassen, was wir mitnehmen, was wichtig und unwichtig ist.
Ganz schön entbehrungsreich so ein Camperleben ;-)

Wir sind dann noch kurz bei unserem Händler vorbei gefahren um uns mit diversem
Wasseraufbereitungsgedöns zu versorgen, was uns noch gefehlt hat.
Meiner talentierten Navigatorin ist dann ein Sonderangebot im Internet aufgefallen,
Alugasflaschen zu einem unschlagbar günstigem Preis, allerdings nicht beim Händler unseres Vertrauens,
sondern in einem relativ Jungen Campingshop in unserem Heimatort.
Da wir ja Gewicht sparen wollten und unsere Gasflasche (Stahl) eh schon fast leer war,
sind wir spontan nochmal schnell nach hause gefahren (zum Glück nur 10 Kilometer)
und haben uns dort dieses begrenzte Angebot unter den Nagel gerissen.
Meine Beladungsmeisterin war wieder beruhigter wegen dem Gewicht
und es konnte endlich losgehen in Richtung Süden auf der Autobahn.

Wir haben ja eine 100er Zulassung für unseren Hänger,
doch leider war auf dem Hinweg alles andere als leicht die Geschwindigkeit zu halten,
geschweige denn überhaupt zu erreichen.
Wir hatten teils mit frontalen Windböen und Steigungen zu kämpfen.
Unser Kombi hat sich ganz schön abgemüht und musste teils bei stärkeren Autobahnsteigungen
im dritten Gang mit durchgetretenem Bodenblech ächzend die Kuppe erreichen.
Tja statt einem Hinweg von 2 1/2 Stunden waren es dann doch eher 3 1/2...
Da wir durchschnittlich nur die oben genannten 50 Miles per Hour,
also um die 80 km/h fahren konnten.
Meine geschockte Frau wollte fast am selben Abend schon unser Auto verkaufen :-)
Ich war weiterhin der Meinung dass es an dem heftigen Gegenwind gelegen hat.

Erstmal egal, wir waren ja im Urlaub,
sind heil angekommen und der Nagelneue Campingplatz hat uns bis ins kleinste Detail begeistert.
Alpsee-Camping Immenstadt können wir also schon mal ohne schlechtes Gewissen wärmstens empfehlen.


Kaum angekommen hat die Frau schon wieder angefangen zu dekorieren, ich war froh, dass ich
noch die Stützen runter lassen konnte, bevor sie rein gesprungen ist.
Das Ergebnis seht Ihr auf den Bildern, schöner Wohnen im Campingformat :-).
Wir konnten so unseren ersten Abend vor Ort nach unserer ersten Kocheinlage im Wohni genießen
und haben mit Blick auf den Sonnenuntergang über dem Großen Alpsee den ersten Abend ausklingen
lassen.







Von dort aus haben wir einige Touren ohne unseren Windfang unternommen.
Wir haben Schloss Neuschwanstein besucht, jedoch waren wir nicht drinnen,
da die Ticketschlange dermaßen lang und in Asiatischer Hand war,
dass wir beschlossen haben keine Stunde zu warten und haben uns
lieber das Schloss so weit wir konnten von Außen angesehen.
Ohne Prunk und Protz wollten wir den Tag aber dann doch nicht zu Ende gehen lassen
und haben uns dann Schloss Linderhof von Innen wie von Außen angesehen.
Wunderschönes kleines Schlösschen mit einer schönen Parkanlage.
Abends sind wir wieder geschafft aber glücklich nach der vielen Lauferei in unserem Wohnwagen
angekommen und haben uns von den Strapazen erst mal bei einer Riesenpizza erholt :-)





Letzter Tag, Skywalk in Scheidegg. Leider nur ein "joaaaahhh kann man mal machen".
Da waren wir auf einem Baumwipfelpfad unterwegs, teils mit Wackeligen Einlagen,
was meiner nicht gerade schwindelfreien Frau nicht so ganz gefallen hatte.
Wir waren beide ein wenig enttäuscht, da wir für zusammen 15 Euro Eintritt einfach mehr erwartet hatten.
Aber gut, die Erfahrung haben wir gemacht und sind dann früh am Nachmittag
wieder an den Campingplatz gefahren um unseren letzten Abend nochmal am See
und durch die Wohngebiete spazierend zu verbringen.





Freitag ging es dann sehr früh wieder zurück,
da Stephie noch ihrer besten Freundin bei den Kommunionsvorbereitungen für deren Sohn helfen wollte.
Und als ob unser Auto gehört hatte, dass meine Stephie enttäuscht von der Geschwindigkeit war,
ging unser Rückweg ohne Probleme über die Bühne.
Ich konnte LKW's ohne Probleme überholen, bergauf mit Tempo 100 war auch kein Problem mehr.

Vielleicht wars ja doch nur der Wind... das wird uns der nächste Urlaub zeigen :-)

So, jetzt haben wir genug erzählt, jetzt wird noch einmal schnell der heimische Grill angeschmissen
und dann der restliche Abend bei schönstem Frühlingswetter vielleicht noch auf der Terrasse verbracht.

Euch einen schönen Abend.
Bis bald,
Eure Kaspers

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